Diario Mexicano, Rollenspiel (1998-2003)

Technik: serielle Mischtechnik auf Papier

In den Arbeiten der Künstlerin in den letzten zehn Jahren geht es um die Auseinandersetzung mit der weiblichen, aus eigener Körpererfahrung gestalteten Figur und seelischen Befindlichkeiten (siehe ‚Piano’-Zyklus).
Die Serie ‚Diario mexicano’ besteht aus mehr als 40 kleinen Arbeiten auf Papier, ein ‚work in progress’-Projekt, 1998-2003. Es begann mit Foto-Alugrafien weiblicher Körperabdrucke in Meersand, mit zwei bis drei verschiedenen Motiven und deren zahlreichen Vervielfältigungen. Die Blätter wurden übermalt und überzeichnet mit Acrylfarben, Ölstiften, Buntstiften, Kreiden etc. in expressiver Weise, farbkräftig, detailliert und mit großer Dichte, und als ‚Rollenspiel’ bezeichnet.

Die Künstlerin wurde inspiriert und in ihrer künstlerischen Arbeit beeinflusst durch ihre Aufenthalte in verschiedenen Regionen Mexikos, wo sie sich während vieler Begebenheiten und Beobachtungen mit Lebensweise und Kultur bekannt machte. Im speziellen interessierte sie die Rolle der Frauen, deren Befindlichkeiten, Probleme, Identitätssuche, wobei Verkleidung, Maskierung große Bedeutung haben – eine Art Rollenspiel und Spannungsverhältnis zwischen ‚alegría’ und ‚tristeza’.
Jedes Einzelbild ist stark erzählerisch und symbolisch, angeregt durch alte Mythen, Geschichte, mexikanischer Kunst und Traditionen, Totentanzdarstellungen, Klischees, verbunden mit vielen Beobachtungen bei Festen und Tänzen sowie im Alltagsleben.

Die Präsentation der kleinen Bilder als großes Ganzes in dichter Abfolge gibt den Gesamteindruck eines Teppichs oder mexikanischer ‚murales’ (Wandmalereien) wieder und vermittelt das Gefühl von Bewegung und Rhythmus und fordert dazu auf, in der Menge die Einzelheiten zu entdecken.

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